| Triathlon: Aktive des LC Solbad Ravensberg trainieren mit Zweitliga-Schwimmerin |
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HK vom 20.02.2008 / Philipp Kreutzer Halle. Die Herausforderung ist gewaltig. Beim Ironman müssen Triathleten 3,8 Kilometer im Wasser, 180 Kilometer auf dem Rad und 42,195 Kilometer zu Fuß überwinden. Und außerdem den eigenen Schweinehund. Schließlich kann unterwegs niemand helfen. Umso wichtiger ist es für die Einzelkämpfer, in der Vorbereitung bestmögliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen. So wie die Triathleten des LC Solbad Ravensberg. Sie kommen im Haller Lindenbad in den Genuss qualifizierten Schwimmtrainings. Bei den Übungsstunden am Montagabend hat eine zierliche, junge Dame im roten Badeanzug das Sagen. Sie macht zehn bis 15 kräftigen Männern klare Ansagen, gibt Übungen vor, erläutert deren Sinn und Zweck, korrigiert und lobt. Mal im Wasser, mal vom Beckenrand aus. Die Männer folgen. Marina Vemmer verfügt über natürliche Autorität, außerdem ist sie glaubhaft. Die 22-Jährige schwimmt für die Wasserfreunde Bielefeld in der 2. Bundesliga.
Alle 14 Tage ist sie selbst beim
Training im Lindenbad vor Ort, bei den Übungseinheiten dazwischen gehen die
Triathleten nach einem von ihr ausgearbeiteten Plan vor. Einen Trainerschein hat
sie nicht, „ich mache das alles so, wie ich es aus meinem Verein kenne“, erzählt
die Studentin der Molekularen Biotechnologie an der Universität Bielefeld. Den Schwerpunkt legt Marina Vemmer auf die Technik. „Da sind Defizite vorhanden“, hatte sie gleich beim ersten Training im Frühjahr 2007 bemerkt. Inzwischen aber seien Fortschritte erkennbar – was die Erfolgsaussichten erheblich steigert. Ganz gleich, ob jemand bestimmte Zeiten und Ränge anstrebt oder einfach nur ankommen möchte, „wenn man sauber schwimmt, spart man Kraft, die für das Radfahren und Laufen übrig ist“, verdeutlicht Marina Vemmer. Beim Schwimmen könne man sich durch Feilen an der Technik deutlich stärker verbessern als in den anderen Disziplinen. Einer, der den Ausführungen der Schwimmerin sehr genau zuhört, ist ihr Vater. Reiner Vemmer (54) ist seit gut zehn Jahren Triathlet und startet für die Landesliga-Mannschaft des LC Solbad. Im Juni und Juli stehen für das Team der rund 25 Mann starken Abteilung die vier Saisonwettkämpfe in der Nordstaffel an, bereits am 1. Juni richtet der Verein in Versmold den traditionellen Sparkassen-Triathlon aus. Als Saisonhöhepunkt betrachtet Reiner Vemmer allerdings einen anderen Wettkampf. Er will zu dem Triathlon schlechthin, dem »Ironman« auf Hawaii Mitte Oktober. Seine Teamkollegen Jörg Ermshausen, Andreas Klein-Soetebier-Schiel und Marius Wallmeier trainieren für dasselbe Ziel. Am 13. Juli werden sie versuchen, sich beim »Kärnten-Ironman« in Klagenfurt für Hawaii zu qualifizieren. „Jede Bewegung muss Vortrieb bringen“, sagt Reiner Vemmer. Auf Effizienz, das optimale Verhältnis von Aufwand und Ertrag, kommt es im Triathlon an, in dieser Sportart hat niemand etwas zu verschenken. Auch seinen Traum von Hawaii will Reiner Vemmer nicht verschenken. Er möchte ihn mit der Unterstützung seiner Tochter wahr werden lassen.
Schwimmt im Mittelpunkt: Marina Vemmer hat das Sagen, ihr Vater Reiner (ganz rechts) und die anderen Solbad-Triathleten folgen.
Fotos:
berheidev |
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