| Triathlon Versmold: Bericht Westfalenblatt |
|
|
Triathlon in Versmold: 245 Ausdauersportler sorgen für
starke Premiere Von Gunnar Feicht (Text) und Sören Voss (Fotos) Versmold (WB). Der Schweiß floss in Strömen, unterwegs musste so mancher mächtig »beißen« – aber nach dem Zieleinlauf zeigten fast alle Ausdauersportler ihr strahlendstes Lächeln: Die Premiere des Sparkassen-Triathlons im und rund um das Versmolder Stadion war ein absoluter Volltreffer. Heiko Lewanzik, der Gesamtsieger in der Königsdisziplin 0,5 km Schwimmen, 40 km Rad fahren und 10 km Laufen, vermisste als Freund schwerer Streckenprofile nur eins: die Berge. Mal abgesehen von der flachen Strecke fühlte sich der Bundesliga-Triathlet aus Steinhagen so richtig wohl: »Eine super zuschauerfreundliche Strecke. Wenn man jetzt noch das 50-m-Schwimmbecken in den Stadionrasen verlegen würde, wäre es total perfekt«, sagte der 26-Jährige nach seinem eindrucksvollen Solo grinsend. Sein langjähriger Teamkollege Michael Konermann von Trispeed Marienfeld konnte als Zweitplatzierter den Favoritensieg nicht gefährden. Auch Ilona Pfeiffer vom Ausrichter LC Solbad wurde ihrer Favoritenrolle gerecht. Ihr Pensum glich für viele Beobachter und Konkurrentinnen einem Triathlon der unheimlichen Art: Freitag Abend Sieg beim 5-km-Citylauf in Schwerte, Samstag Abend um 22 Uhr der Sieg beim Isselhorster 9,2-km-Lauf und Sonntag um 11.30 Uhr Startschuss im Versmolder Freibad. Die 32-Jährige hatte auf der Rad-Etappe mit ihrer Hauptkonkurrentin Christina Braken zu kämpfen, so dass beide fast zeitgleich auf die Laufstrecke wechselten. Die Deutsche Marathonmeisterin von 2007 setzte sich sofort ab und genoss gegen Ende sogar die Runde durch den schattigen Stadtpark: »Da habe ich sogar an einen Ironman gedacht. Den Marathon hätte ich auch noch geschafft.« Diese Woche ist aber endlich Regeneration angesagt: »Nächsten Sonntag beginnt in Hannover die Zweitbundesliga-Saison für meine Dissener Triathlonmannschaft.« Ilona Pfeiffer verabschiedete sich zum Entspannen in Richtung Freibad, wo sie anderthalb Stunden zuvor fast eine unbeabsichtigte Zusatzschicht eingelegt hätte: Weil sie bei der Rollwende die Anzeige nicht richtig erkannte, war sie bereits in die 21. 50-m-Bahn gestartet und musste fünf Meter zurückschwimmen. Da sah es noch nach einem Zweikampf mit der Bonnerin Carolin Bauer aus, doch die Bundesliga-Triathletin fuhr auf dem Rad nur drei statt der vorgegebenen fünf 8-km-Runden – angeblich, weil man ihr falsche Informationen zugerufen habe. An ihrer Stelle freute sich Christina Braken über Platz zwei: »Eine Top-Veransaltung, mir hat's hier super gefallen, vor allem der tolle Laufkurs mit den Zuschauern im Stadion und der schattigen Runde unter den hohen Bäumen.« Heiko Lewanzik gab beim Schwimmen und auf dem Rad so viel Gas wie möglich und legte mit 1:53:34 Std. eine starke Richtzeit hin. »Ohne starke Konkurrenten vor einem oder den Druck von hinten ist es aber schwierig, alles aus sich 'rauszuholen«, sagte der Steinhagener. Nur neun Minuten hinter dem Sieger war Christian Bossow (TSVE Bielefeld) als Dritter im Ziel – der M45-Athlet liegt in seiner Vorbereitung auf den Ironman in Klagenfurt offenbar voll im Plan: »Bis auf eine vollgelaufene Schwimmbrille hatte ich keine Probleme – das lief sehr zügig.« Nur der erste Wechsel mit fast den 300 Metern Laufstrecke vom Schwimmbecken zum Radständer war etwas holprig: »Da fühlte man sich fast wie beim Duathlon.« Aber auch diese Klippe meisterte Bossow & Co. – Triathleten sind hart im Nehmen.
Nur die Tücken der Technik trüben das Bild 80 freiwillige Helfer leisten gute Arbeit Versmold (WB). Rund 80 freiwillige Helfer aus den Reihen des LC Solbad und der Spvg. Versmold haben bei der Triathlon-Premiere in Versmold dafür gesorgt, dass die Wettkampfstrecken nahezu optimal abgesichert waren und die insgesamt 245 Aktiven im Runden-Roulette nicht die Orientierung verloren. »Details werden und müssen wir aber noch verbessern«, räumt Udo Lange vom Organisationsteam ein. Das sollte vor allem die Ergebnisauswertung betreffen, denn die Athleten mussten zu lange auf ihre Siegerehrung warten. Peter Voss aus Steinhagen und viele weitere Triathleten vom TSVE Bielefeld waren von den Wettkampfbedingungen rund ums Kurt-Nagel-Parkstadion begeistert. Die Einschränkung: »Das einzige was hier fehlt, ist Kaffee und Kuchen.« Nach der Wettkampf-Verpflegung aus Bananen, Äpfeln, Powerriegeln und reichlich Flüssigkeit steht so manchem Triathleten hinterher der Sinn nach weniger gesunden Kalorienbomben. Hochwertiges Hightech-Material war in der Wechselzone zur Radstrecke aufgereiht. Aber das federleichte Carbonequipment hat auch seine Tücken. Bei Christina Bracken, der Nr. 2 über die olympische Distanz, versank unterwegs die Sattelstütze Millimeter um Millimeter im Rahmenrohr – die Radspezialistin fuhr in immer verkrampfterer Sitzposition weiter. Andreas Klein-Sötebier aus Werther erging es ähnlich, aber für ihn stand der rettende Engel an einer Abzweigung: Streckenposten Thomas Bekel, selbst Triathlet, half mit Werkzeug aus seinem Bulli aus – nach einer Minute Zwangspause raste Klein-Sötebier mit optimalem Abstand zwischen Sattel und Tretlager weiter. Beim Volkstriathlon (0,5-20-5 km) triumphierten die Favoriten: Tobias Jazbec vor seinem Marienfelder Klubkameraden Stefan Gerdhenrichs, in der Frauenwertung Antje Strothmann vom LC Solbad. Versmolds Bademeister Hubert Brand führte die siegreiche Staffel mit Jörg Kreft und Jörn Strothmann an.
Jede Menge Betrieb im 50-m-Becken: Die Teilnehmer am Volkstriathlon starten in drei Blöcken, die Aktiven über die olympische Distanz in zwei.
Eine Stärkung im Ziel: Jörg Ermshausen (links) überreicht allen Finishern eine Versmolder Wurst. Darüber freut sich auch Beate Weith aus Bissendorf, die den Volkstriathlon gemeistert hat.
Dritter Wettkampf in drei Tagen – aber Ilona Pfeiffer zeigt wieder einmal Stehvermögen.
Der stark sehbehinderte Georg Janßen (rechts) tritt auf der Radstrecke mit seinem Teamkollegen Roger Hanemann als Tandem in die Pedale. Beim Laufen kann er sich alleine orientieren. Der Wuppertaler bereitet sich auf die schwere Langdistanz in Roth vor.
Ergebnisse Olympische Distanz (1-40-10 km) – Männer: 1. (1. M20) Heiko Lewanzik (Steinhagen/TSV Obergünzburg) 1:53:34 Std., 2. (1. M35) Michael Konermann (Trispeed Marienfeld) 1:55:50, 3. (1. M45) Christian Bossow (Werther/TSVE Bielefeld) 2:02:24, 4. (2. M35) Oliver Magdziarz (LDT Bochum) 2:03:22, 5. (1. M40) Jürgen Panzlaff (Eintr. Ergste) 2:04:01, 9. (4. M35) Andreas Klein-Soetebier (Werther/TSVE Bi.) 2:08:30, 11. (2. M40) Uwe Peters (Versmold/Trispeed Marienfeld) 2:09:26, 23. (9. M35) Lutz Barkey (Borgholzhausen/Triteam Dissen) 2:22:51, ... (40 Männer im Ziel); Frauen: 1. (1. W30) Ilona Pfeiffer (LC Solbad) 2:09:00 Std., 2. (1. W35) Christina Braken (Porta Westfalica) 2:16:18, 3. (1. W20) Mareike Walkenhorst (Allsports Tria) 2:18:50, ... (16 Frauen im Ziel). Volkstriathlon (0,5-20-5 km) – Männer: 1. (1. M20) Tobias Jazbec (Trispeed Marienfeld) 1:04:47, 2. (2. M20) Stefan Gerdhenrichs (Trispeed M'feld) 1:05:33, 3. (1. M30) Göran Blaschke (SC Altenrheine) 1:05:40, 4. (2. M30) Marius Wallmeier (Halle/TSVE Bielefeld) 1:05:46, 28. (4. M35) Kay Leuteritz (LC Solbad) 1:14:26, 29. (1. M50) Georg Lewanzik 1:14:51, 52. (14. M40) Hans-Peter Kreft (Spvg. Hesselteich) 1:22:04, 59. (3. M55) Jürgen Klitzke (Steinhagen/TSVE Bielefeld) 1:23:47, 62. (17. M40) Stefan Schnur (Versmold) 1:24:36, ... (86 Männer im Ziel). Frauen: 1. (1. W40) Antje Strothmann (LC Solbad) 1:17:19, 2. (1. W30) Bettina Kalläne (Tristar Oelde) 1:19:28, 3. (1. W35) Anke Brinkmann (RC Endspurt Herford) 1:19:59, 10. (5. W35) Ilka Brinkmann (LC Solbad) 1:24:11, 13. (1. W45) Doris Potthoff (LC Solbad) 1:27:06, ... (21 Frauen im Ziel). Staffeln (0,5-20-5 km): 1. Strobrakre (Hubert Brand, Jörg Kreft, Jörn Strothmann) 1:11:24 Std., 2. LC Solbad 1:13:47, 3. LG Burg Wiedenbrück (lt. Startliste Lars Lohmann, Ralf Hölzig, Jörg Landwehr) 1:14:53, 4. LC Solbad (Clemens Dickob, Bernd Rath, Michael Dickob) 1:16:15, 5. CDU Versmold (André Kampwerth, Reinhard Roy, Torsten Gronau) 1:16:58, ... (10 Staffeln im Ziel). Schüler A/B und B-Jugend: 1. Ruben Aßmuth (TV Lemgo) 25:05 Min., 2. Marc Fritsche (TV lemgo) 25:08, 3. Ellen Steffens (TV Lemgo 25:10. |
| < zurück | weiter > |
|---|


