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Ganz schneller Chemielehrer

6. Sparkassen-Triathlon in Versmold: Heiko Lewanzik und Stefanie Loeb entscheiden die Kurzdistanz für sich

  Von Daniela Berheide
und Claus Meyer

    Versmold. Für den Sieger war es in dieser Woche eine der leichteren Übungen. Mit klarem Vorsprung gewann der aus Steinhagen stammende Heiko Lewanzik den 6. Sparkassen-Triathlon. Und plauderte im Ziel locker über seine letzte unterrichtspraktische Prüfung vom vergangenen Dienstag. Neben Triathlon-Sieger in Versmold ist er nun auch examinierter Sport- und Chemielehrer.   

„Die Prüfung ist nicht ganz so gut gelaufen“, gab Lewanzik zu. Umso souveräner absolvierte der Mann vom TSV Stiebel-Obergünzburg gestern das Schwimmen, Radfahren und den Zehnkilometerlauf. Die Konkurrenz sah von Lewanzik in erster Linie die Hacken. Fast vier Minuten betrug im Ziel sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Patrick Loeb.
Dessen Frau Stefanie sorgte dafür, dass trotzdem eine Goldmedaille ins Haus kam.  Als „schön, aber anstrengend“ beschrieb die Athletin vom ASV Duisburg, die im vergangenen Jahr noch Lokalmatadorin Ilona Pfeiffer unterlegen war, die Strecke. Sie weiß, wovon sie spricht: Stefanie Loeb  lief den Triathlon-Klassiker im bayerischen Roth schon einmal drei Minuten unter der für Frauen magischen Zehnstundengrenze. Auch den Ironman auf Hawaii hat sie absolviert.  „Mir war nie kalt“, sagte die Duisburgerin. Kein Wunder: Als Vierte nach dem Radfahren rollte Loeb auf der Laufstrecke im Versmolder Stadtpark das Feld von hinten auf.
Das blieb einer weiteren Favoritin verwehrt. Franziska Schmidt fuhr beim Radfahren  eine Runde (gut sechs Kilometer) zu viel.  Die am Ende auf Stefanie Loeb fehlenden elfeinhalb Minuten hätten möglicherweise zum Sprung aufs Treppchen gereicht. „Die Motivation vor dem Laufen war dahin“, sagte Schmidt, die Elfte wurde. Die Hermannslaufsiegerin von 2009 nahm ihr Missgeschick trotzdem sportlich: „Ist halt passiert.“
Ganz andere Sorgen hatte Mareike Walkenhorst, Gewinnerin der Volksdistanz. „Ich bin Vegetarierin“, war der erste Satz im Ziel. Da hatte ihr Martina Kölsch vom Helferteam bereits die gute Wurst von Menzefricke hingehalten, die jeder Finisher beim Sparkassen-Triathlon erhielt.  Mareike Walkenhorst wird trotzdem Verwendung finden: „Die bringe ich meinen Eltern mit.“ Und Organisator Friedhelm Boschulte vom LC Solbad hat für das kommende Jahr schon eine Idee, um den Fleischverächtern gerecht zu werden: „Da bieten wir auch Tofuwürste an.“
In deren Genuss wird Heiko Lewanzik möglicherweise nicht kommen. „Es könnte sein, dass das heute mein letzter Sparkassen-Triathlon war“, sagte der Sieger auf der Kurzdistanz im Interview mit Stadionsprecher Stefan Schwenke. Sein künftiger Lehrerberuf lasse den umfangreichen Trainingsaufwand wohl nicht mehr zu. Allerdings ließ sich der Triumphator eine kleine Hintertür offen: „Dass ich nicht mehr starten werde, habe ich ja schon in den letzten beiden Jahren gesagt.“ 

 

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