| Triathlon Versmold: Westfalenblatt: »Tier auf dem Rad« erbeutet den Sieg |
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Versmolder Triathlon ein Volltreffer: Mehr als 400 Ausdauersportler in Aktion Stefan Werner entthront Vorjahressieger Lewanzik – überlegener Triumph für Pfeiffer
Von Gunnar F e i c h t und Sören Vo s s (Text und Fotos)
Ve r s m o l d (WB). »Das ist ein Tier auf dem Rad. Der fährt in der zweiten Liga alleine ganze Gruppen auseinander.« Stefan Gerdgenrichs, selbst ein Top-Triathlet, klärte an der Laufstrecke die Zuschauer auf, dass dieser Sieg beileibe keine Überraschung war: Stefan Werner vom Bocholter WSV hat Heiko Lewanzik beim Sparkassen-Triathlon in Versmold die erfolgreiche Titelverteidigung vermasselt.
Während Werner nach 1 km Schwimmen, 40 km Rad fahren und 10 km Laufen in 1:47:16 Std. knapp zwei Minuten Vorsprung auf Lewanzik hatte, wiederholte Ilona Pfeiffer vom Triteam Dissen deutlich überlegen ihren Vorjahressieg. Fast siebeneinhalb Minuten vergingen, ehe Stefanie Loeb (ASV Duisburg) als Zweite die Ziellinie überquerte. »Freitag habe ich das Wasser getestet und bin nur 100 Meter weit gekommen, weil es so kalt war. Heute ging es besser, aber ich wollte so schnell wie möglich 'raus.« Das gelang Pfeiffer besser als erwartet, so dass sie die schnellste Schwimmerin Sandra Wullenkord immer im Blick hatte und am Ende der zweiten von fünf Radrunden von der Spitze verdrängte. Auf der Laufetappe konnte die Deutsche Marathonmeisterin von 2007 dann entspannt den Zuschauern zulächeln. Denn Mitfavoritin Steffi Loeb aus Duisburg, die auf Platz zwei vorgefahren war, ist keine so starke Läuferin. Bei den Männern kletterte Heiko Lewanzik aus Steinhagen nur eine halbe Minute nach dem schnellsten Schwimmer Florian Bauer (Bonn) aus dem Wasser. »Circa 12:30 Minuten, das war besser als erwartet «, fand der Bundesliga-Triathlet. Aber Stefan Werner, von Lewanzik insgeheim schon favorisiert, war ihm da schon dicht auf den Fersen. »Als ich die beiden Führenden in der Wechselzone noch gesehen habe, gab das richtig Auftrieb. Und nach der ersten Radrunde hatte ich sie schon«, berichtete Stefan Werner. Als der lange Bocholter nach dem ersten Wendepunkt auf der Rothenfelder Straße mächtig beschleunigte, wusste Lewanzik: »Da kann heute keiner dranbleiben.« Werner baute sein Plus bis zum zweiten Wechsel auf drei Minuten aus – die Entscheidung: »Ich habe mit hohem Anfangstempo versucht, einen deutlichen Teil des Lochs zuzulaufen. Aber Stefan hat zu stark dagegengehalten «, sagte Lewanzik und gratulierte fair. Für Stefan Werner ist diese Region eben ein echtes Siegpflaster: Bei den Großveranstaltungen in Harsewinkel und Sassenberg hat er schon je zweimal zugeschlagen, jetzt gibt ihm Versmold Rückenwind, seine Ziele zu erreichen: »Beim Frankfurter Ironman die Quali für Hawaii schaffen und da wieder die Profis ärgern.« Der 33-jährige Diplom-Ingenieur, der voll im Beruf steht, war 2008 bei der Ironman-WM 36. und viertbester Nicht- Profi. Sieggewohnt die Erstplatzierten über die Kurzdistanz, überglücklich dagegen die schnellste Frau im Volkstriathlon (halbe Distanz): Bettina Stüllein aus Werther, seit Roth 2008 immerhin schon Ironman-erprobt, konnte es gar nicht fassen: »Das ist irre - mein erster Triathlonsieg überhaupt«, jubelte die 33-jährige Polizeibeamtin, die mit ihren Teamkolleginnen vom TSVE Bielefeld einen Vierfach-Triumph feierte. Anne-Katrin Haberl verkürzte den Rückstand am Ende bis auf acht Sekunden – und die Siegerin gab zu: »Ich habe bis auf die Zielgerade gebangt, dass mich noch jemand überholt.« 15 bis 20 Stunden pro Woche widmet sie dem Training – das Ziel auch dieses Jahr: die Langdistanz im fränkischen Roth. Bei den Männern blieb Vorjahressieger Tobi Jazbec (Marienfeld) diesmal nur Platz drei, nachdem der Brillenträger ohne Sehhilfe beim Wechsel zeitweise die Orientierung verloren hatte: »Meine eigene Schuld. Aber das hat mich die drei Sekunden zu Platz zwei gekostet. « Einer war in der letzten Startgruppe dann aber noch zwei Minuten schneller: Der 20-jährige Zweitliga-Triathlet Daniel Heinrichs vom TV Lemgo.
So wie ein Sitzungsmarathon Hoffnungsvoller Nachwuchs und begeisterte Debütanten Versmold (WB). Beim TuS Langenheide spielt er in der E-Jugend Fußball, am Samstag war er beim Leichtathletik-Sportfest in Borgholzhausen am Start, und Sonntag rannte Oscar Werner wacker die fünf Kilometer der Volkstriathlon-Staffel, bei der er gemeinsam mit seinem Papa und seiner Leichtathletik-Trainerin Cordula Reinhardt antrat. »So weit bin ich am Stück noch nie gelaufen, aber es hat Spaß gemacht. Das würde ich gerne noch 'mal mitmachen«, strahlte der Arminia-Fan, der die Grundschule an der Wertheraner Mühlenstraße besucht. Und auch im C-Schüler-Triathlon kamen die jüngsten heimischen Teilnehmer aus Werther: Neilan Kempmann, sieben Jahre jung, und sein achtjähriger Spielkamerad Nils Kombrink aus der Nachbarschaft schafften ihre drei Etappen mit Bravour und freuten sich im Ziel über die Versmolder Sommerwurst, die am Ziel jeder »Finisher« erhielt. »Meine Vorbereitung besteht aus ein- bis zweimal pro Woche sieben Laufkilometern im Versmolder Bruch. Im Sitzungsmarathon bin ich geübter.« Versmolds Bürgermeister Thorsten Klute hatte trotz der Strapazen des Volkstriathlons im Ziel schnell seinen Humor wiedergefunden. Mit seinem Debüt als »Eisenmann« wollte der ehemalige Handballer »diese tolle Veranstaltung des LC Solbad unterstützen und etwas für die eigene Fitness tun.« Als Debütantin mischte sich auch eine überaus versierte Ausdauersportlerin ins Volkstriathlon-Feld: Victoria Willcox-Heidner, 2008 DM-Vierte im Marathon mit 2:55:11 Std., startete erstmals im Dreikampf – und feierte zugleich ihr Wettkampf-Comeback, nachdem im Januar Junior Florentin zur Welt gekommen ist: »Das Schwimmen war bei mir ein Wechselspiel aus Kraul- und Bruststil, auch der Umstieg nach dem Radfahren ist total ungewohnt. Aber die zweie Hälfte der Laufstrecke klappte dann wieder richtig gut. Eine tolle Erfahrung.«Mit 401 Meldungen hat die Versmolder Veranstaltung ihre Teilnehmerzahl um mehr als 150 gesteigert. Das Orgateam und die mehr als 80 Helfer aus den Reihen von LC Solbad und Spvg. Versmold ernteten viel Lob – trotz des nur 19 Grad »warmen« Wassers im Freibad. »Der frühe Termin hat sich bewährt. Daran werden wir festhalten«, so Udo Lange vom LC.
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