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30 Zentimeter Vorsprung nach 84 km

SPEEDSKATING: Wie Markus Pape seinen ersten DM-Titel gewann

 


     Prezelle/Borgholzhausen (cwk). Markus Pape, Top-Skater des LC Solbad Ravensberg, hat vorgestern einmal mehr seine Langstrecken-Qualitäten bewiesen und erstmals einen deutschen Meistertitel gewonnen. Wie in unserer Montag-Ausgabe bereits kurz gemeldet, setzte er sich im Doppelmarathon über 84 km durch – in Prezelle (Wendland), dem traditionellen Austragungsort dieser DM.

Auf dem bis auf eine leichte Steigung flachen und schnellen Kurs spielte auch das Wetter mit, die etwas negativeren Prognosen erfüllten sich zum Glück nicht. „Es waren schon Superbedingungen“, bestätigte der neue Meister, der sich bei seinem bislang einzigen DM-Start im Doppelmarathon (2007) mit dem 18. Rang hatte begnügen müssen. „Damals war ich vorher krank gewesen, habe einen Kilometer vor dem Ziel dennoch einen Ausreißversuch unternommen und bin dann noch von einer Gruppe überholt worden.“

     Als Einzelfahrer, der nicht auf Unterstützung durch Teamkollegen hoffen konnte, wählte er diesmal eine abwartende und passive Taktik während des langen Rennens: „Ich habe nur eine Attacke forciert, um die Gegner auszutesten, und ansonsten nur auf deren Vorstöße reagiert.“ Die Hauptkonkurrenten gehörten dem sehr geschlossen agierenden Lübecker Etap-Team (sechs Fahrer) und dem Stadler-Team (zwei Fahrer) an.

     Markus Pape hatte sich Chancen ausgerechnet. Auf der längsten DM-Distanz wollte er mit seinen Kräften haushalten und auf seinen Zielsprint vertrauen. Er wusste aber auch um die aktuelle Sprintstärke seines ostwestfälischen Trainingspartners im Etap-Trikot, Lukas Wannagat. Der versuchte, sich mit Hilfe seines Teams 250 Meter vor dem Ziel zu lösen; doch Pape ließ sich nicht überrumpeln, entschied das Rennen auf den letzten zehn Metern zu seinen Gunsten – in 2:26:54,35 Std. vor dem Dessauer Patrick Täubrecht (2:26:54,40) und Wannagat (2:26:54,90). „Es war ein sehr knapper Zieleinlauf mit 30 Zentimetern Vorsprung“, berichtete er.

     Bei aller Freude über den Prestigeerfolg schätzt der 26-Jährige seinen Sieg realistisch ein: „Bis auf den Marathonstarter Patrick Täubrecht fehlten die Teilnehmer an der in einer Woche beginnenden EM. Ich selbst hatte mich hier ausgeklinkt, weil das EM-Kadertraining zu zeitaufwändig gewesen wäre.“ Dirk Rüter, zweiter Solbader im 175-köpfigen DM-Männerfeld, belegte mit 2:34:08,85 Std. den 51. Rang und verpasste als Elfter der Klasse M30/35 die Top Ten nur knapp.

                Im Frauenrennen (34 »Finisherinnen«) war der LC durch ein dicht gestaffeltes Seniorinnentrio auf den Plätzen 26, 28 und 29 vertreten. In der W40 platzierten sich Elke Vogt (3:09:21,45 Std./10.) und Manuela Azzolini (3:09:24,30/11.); in der W50 gab sich die als Leichtathletin bereits in der W55 startende Marianne Niemann (3:09:24,00/2.) nur der sechs Jahre jüngeren Euskirchenerin Beatrix Breuer (3:06:20,55) geschlagen.

aus dem Haller Kreisblatt

 
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