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Marathon Essen - Baldeneysee Drucken
I. Pfeiffer Zweite - Jörn Strothmann Siebter

     Essen/Borgholzhausen (cwk) (HK-Bericht) Auch wenn vorgestern beim 45. Essen-Marathon nicht alle Wünsche in Erfüllung gingen: Der LC Solbad Ravensberg machte am Baldeneysee mit zwei Top-Ten-Platzierungen auf sich aufmerksam und zählte damit zu den erfolgreichsten Vereinen. Ilona Pfeiffer gab sich in ihrer bislang zweitbesten Zeit von 2:48:42 Std. nur der Vorjahrssiegerin Romy Spitzmüller geschlagen; Jörn Strothmann erzielte als hervorragender Siebter mit 2:38:01 Std. eine neue persönliche Bestzeit.

      Bei Ilona Pfeiffer überwog nach dem Zieleinlauf zunächst die Enttäuschung. Und das nicht nur, weil die DLV-Spitzenläuferin Spitzmüller kaum zu bezwingen war und ihr somit auch die erhoffte Siegprämie entging. „Die Zeit ist einfach ganz schlecht. Ich hatte mir ja zumindest vorgenommen, meine 2:46:13 Std. von der DM zu unterbieten“, unterstrich die Deutsche Meisterin, die Anfang Mai in Mainz so überraschend den Titel gewonnen hatte.

     In Essen kam leider noch Pech hinzu, Magen- und Durchfallprobleme stellten sich zum ungünstigsten Zeitpunkt ein. „Dass sie unterwegs gezwungen war, die Büsche aufzusuchen, hat Zeit gekostet und natürlich auch den Laufrhythmus beeinträchtigt“, bedauerte ihr Trainer und Betreuer Bernhard Hippler. Aus ähnlichem Grund hatte die für weiterhin für Wilhelmshaven startende Neu-Hallerin Victoria Willcox-Heidner ihre Teilnahme am Bremen-Marathon abgesagt und lief stattdessen in Essen, wo sie nach 3:10:15 Std. als Siebte das Ziel erreichte.

     Über den erneuten Start der »Titelverteidigerin« Romy Spitzmüller war die Solbaderin im Vorfeld nicht informiert; doch der Veranstalter hatte die Kontrahentin im selben Hotel untergebracht. Schon im Oktober 2003 glänzte die damals erst 22-jährige Leipzigerin mit 2:34:57 Std.; ein Jahr später bestätigte sie ihren Vorstoß in die Spitze mit der Top-Zeit von 2:32:23 Std. beim Bonn-Marathon. „Keine Frage: Auch wenn Ilona ihre eigene Bestzeit unterboten hätte, wäre Romy Spitzmüller eine Nummer zu groß für sie gewesen“, weiß Coach Hippler. Der 2. Rang war freilich ungefährdet, Bronze wurde mit 2:58:34 vergeben.

     Mit einem starken Rennen überzeugte Jörn Strothmann, der ja noch auf keine große Marathon-Erfahrung bauen kann, aber dennoch mit dem Selbstbewusstsein angetreten war, erstmals das 2:40-er Limit zu unterbieten. „Ich bin sehr zufrieden“, quittierte er seinen Erfolg, „auf den letzten drei Kilometern blieb mir ein Einbruch erspart und ich konnte sogar noch mal zulegen." Betreuer Hans-Dieter Wierum hatte ihm eine Cola gereicht, die in der Schlussphase belebend wirkte.

     Der 34-Jährige verbesserte seine 2004 in Athen aufgestellte Bestmarke (2:40:36) um gut zweieinhalb Minuten, mischte mit seiner einstelligen Platzierung munter in der Spitzengruppe mit und gewann das OWL-Duell gegen den Bielefelder Konrad Schulz (3:38:21/9.), der ihn zwischenzeitlich überholt hatte. Ein persönliches Traum-Ergebnis gelang Gunnar Feicht, auch wenn er eine Zeit unter drei Stunden um eine einzige Sekunde verpasste. Seinen »Volltreffer« von exakt 3:00:00 sah er als Optimum: „Mehr war nicht möglich, am Ende bin ich auf den letzten Tropfen Sprit gelaufen.“

     Den »Zugläufern« habe ein Quäntchen Fingerspitzengefühl gefehlt, meinte der M45-Senior, der als Klassen-Achter insgesamt den 73. Rang unter 1333 Läufern belegte. Fast hätte das durch Peter Rostek (3:20:45 Std., 244./60.M35) vervollständigte LC-Team sogar die Mannschaftswertung gewonnen, gegen den Marathon-Club Menden fehlten nur fünf Sekunden. Die zweite Solbaderin im Frauenfeld, W50-Seniorin Marianne Niemann, durfte sich ebenfalls über einen Achtungserfolg freuen: In 3:33:37 Std. lief sie auf den 34. Gesamtrang und gab sich in ihrer Altersklasse nur einer von 25 Konkurrentinnen geschlagen.

 
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