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Abenteuer wirkt wie Magnet
Lundström trotz Matsch und Kälte stark –
Heckmann schafft Hattrick
Von Gunnar Feicht und Marcel, Bohnensteffen (Texte und Fotos)
Borgholzhausen (WB). Ostwestfalens Volksläufer kennen keine Scheu vor
Matsch, Regen und steilen Bergen: Obwohl der 13.
Luisenturmlauf der »schmutzigste« in der bisherigen Geschichte dieser
Veranstaltung war, stellte er mit insgesamt 851
»Finishern« einen neuen, beeindrucken Teilnehmerrekord auf.
Fünf Grad, Nieselregen und nach tagelangen
Regenfällen knöcheltiefes Geläuf im Teutoburger Wald – ein großes Kompliment an
alle Teilnehmer, aber auch die vielen Helfer des Veranstalters, die bei diesen
Bedingungen durchhielten. Ingmar Lundström krönte die gelungene Veranstaltung
zudem mit einem sportlichen Highlight: Nach mehreren Siegen über die 12,5 km startete er erstmals über die Langdistanz und
legte einen eindrucksvollen Start-Ziel-Sieg hin. 1:16:56 Std. für die – durch einen Umweg wegen der
Sturmschäden rund 21,5 km lange –
»Halbmarathonstrecke«.
Das war angesichts des tiefen Bodens und der
fast 500 Höhenmeter eine Klassezeit,
mit der sich der Isselhorster selbst überraschte: »Ein Resultat unter 1:20 war das Ziel, ich hatte im Training gemerkt, dass
einiges drin ist.« In seinem ersten ernsthaften Rennen nach dem Hawaii-Ironman
bewies der Ex-Solbader, dass die Lust am Wettkampf wieder da ist: »Mein Ziel
ist es, beim Hamburg-Marathon Ende April unter 2:30
Std. zu laufen. Da bin ich offenbar auf dem richtigen Weg – aber es war heute auch ein Abenteuer.«
Denn wegen umgestürzter Bäume auf
niedersächsischem Gebiet mussten die Veranstalter die Strecke auf eine der
schwierigsten Passagen des Hermannsweges verlegen. Es ging auf einem schmalen,
felsigen Pfad über den 307 m hohen
Hankenüll-Gipfel – speziell auf dem Bergabstück nach Westen eine
Herausforderung für die Trittsicherheit der Sportler. »Das war schon eine
Mutprobe«, bestätigte Marco Schwake vom Brühler TV. In Hesseln aufgewachsen,
nutzte er einen Besuch in der Heimat zum Start in Pium und belegte Platz 15. Ein Meilenstein auf dem Weg zum Hermannslauf:
»Das wird Ende April schon mein 23.
sein.«
Kirsten Heckmann hat den »Hermann« vergangenes
Jahr gewonnen. Samstag komplettierte sie in Borgholzhausen ihren Luisenturm-Hattrick,
holte sich in 1:30:46 Std. überlegen den dritten Frauen-Sieg in Folge.
Für die 30-Jährige von der SV
Brackwede war Borgholzhausen aber diesmal eine Station auf dem Weg zu besseren
Straßenlauf-Resultaten: »Den ›Hermann‹ lasse ich dieses Jahr aus, ich will –
wahrscheinlich in Düsseldorf – einen richtig guten Marathon laufen.« Nachdem sie
eine Woche zuvor in Hamm ihre Halbmarathonbestzeit auf 1:23:14 verbessert hatte, deutet auch die Leistung in Pium
darauf hin, dass ihr das gelingen wird.
Weil Jörn Strothmann wegen der schlechten äußeren Bedingungen doch auf
einen Start verzichtet hatte, war der Wahl-Rheinländer Marco Schwake vor dem
Wertheraner Christian Bossow (15. und 16.) schnellster heimischer Halbmarathonläufer. In
kurzen Abständen dahinter platzierten sich auch Bernd Rieke, Karsten Grube,
Norbert Molsbeck, Jens-Erik Bergmann und Lukas Wilms unter den Top 30. Schnellste Frau aus dem Altkreis war die Hallerin
Petra Köhne als Gesamt-Siebte. Adelheid Grumbach (W45)
und Marianne Niemann (W50) erkämpften
zwei Altersklassensiege für den LC Solbad.
 
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