LEICHTATHLETIK: Hervorragende
Bilanz in Düsseldorf
Düsseldorf/Altkreis Halle
(cwk). Sechs Teilnehmer, fünf Titel: Erfolgreicher hätte das ohne Sprinter
Franz Koch angetretene Altkreis-Aufgebot bei den Deutschen Hallenmeisterschaften
der Leichtathletiksenioren in Düsseldorf kaum sein können. Jungsenior Nils
Milde (LC Solbad Ravensberg, M30) gewann die 3000 m; in der M55 setzte sich
Kugelstoßer Johann Stein (LG/TVW) durch und in der M60 entschieden seine Vereinskollegen
Helmut Weber und Claus-Werner Kreft drei Sprungwettbewerbe für sich.
„Ich hatte eigentlich nur eine Startgelegenheit gesucht, um eine
3000-m-Zeit um 8:45 Minuten zu laufen; dafür bot sich dann eher zufällig die DM
an“, beschrieb Nils Milde seine Motivation. In einem größeren Feld, das drei
Altersklassen zusammenfasste, wurde dem 32-Jährigen das Tempo nach neuneinhalb
Runden zu langsam. Er unternahm einen Vorstoß, setzte sich deutlich ab und
wurde in der Schlussphase wieder eingeholt, weil ihn eine zunehmende Wadenverhärtung
beeinträchtigte.
Auf der Zielgeraden wurde es dramatisch, mit schmerzverzerrtem
Gesicht humpelte Nils Milde durch die letzten Meter. In 8:57,20 Min. rettete er
seinen Spurtsieg über den Bayern Georg Kinadeter, der allerdings kein direkter
M30-Konkurrent war; seine Klasse gewann er vor dem zuletzt chancenlosen Patrick
Klein (TV Rheinau, 9:30,00). Nach Überquerung der Ziellinie stürzte der
Solbader auf die Bahn. Was auf die Zuschauer wie eine Achillessehnenverletzung
wirkte, stellte sich zum Glück als harmloseres Wadenproblem heraus. Milde will
sich jetzt auf die westdeutsche 10-km-Straßenlaufmeisterschaft vorbereiten.
Spannungsreich verliefen vorgestern auch zwei Wettbewerbe der
LG/TVW-Oldies. Helmut Weber wartete noch am Athleten-Sammelplatz und bekam
nicht mit, dass sein Hochsprungwettbewerb längst begonnen hatte. Als er endlich
zur Anlage kam, lag die Latte bereits auf 1,50 m. Zur Verblüffung der
Konkurrenz setzte der 61-Jährige auf Anhieb darüber hinweg und nahm dann alle
folgenden Höhen bis einschließlich 1,62 m. Mit dieser Top-Leistung gewann er
seinen ersten Hallentitel.
Fast gleichzeitig gelang dies auch Johann Stein. Bis zum Beginn
des Finales hatte es freilich gar nicht danach ausgesehen: Stein lag mit 12,85
m an vierter Stelle und zeigte sich wegen seiner chronischen Adduktorenprobleme
wenig zuversichtlich, das Blatt noch wenden zu können. Dann aber »explodierte«
er im vierten Durchgang, schockte die Konkurrenz mit 13,72 m und gewann Gold
vor Horst Springborn (VSG Bestensee, 13,60 m), während Favorit Stipo Knez nur
Vierter mit 13,00 m wurde.
Nach langer Trainingspause hatte
Claus-Werner Kreft nicht damit gerechnet, seine beiden Titel verteidigen zu
können. Dann aber reichte es doch; vor allem auf dem 5,23-m-Weitsprung, mit dem
der Wertheraner den Mainzer Uwe Sievers (5,17 m) bezwang, lässt sich wieder
aufbauen. Ungefährdet auch sein Dreisprungsieg mit 10,94 m, hier waren die weitesten
Versuche ungültig. In dieser Disziplin durfte sich M55-Senior Gerd Lipinski
(9,63 m/3.), zuvor Weitsprung-Vierter mit 5,04 m, über seine erste DM-Medaille
freuten. Unter Wert blieben die Weitspringer Harald Jüptner (5.M50), der mit
Anlaufunsicherheiten auf 5,42 m kam, und Helmut Weber (6.M60) mit 4,85 m.
Nils Milde (LC Solbad, M30) wurde 3000-m-Meister vor dem Rheinauer
Patrick Klein (Startnummer 2), der am Ende weit zurückfiel.
Mit extremer Wadenverhärtung mühsam ins Ziel gerettet: Nils Milde (LC
Solbad, M30) vor dem M35-Meister Georg Kinadeter.
|