| Am Tor zur DLV-Elite angeklopft |
|
|
Ohrdruf/Borgholzhausen (cwk). Ilona Pfeiffer ist ehrgeizig. Und so zeigte sich die Langstrecklerin vom LC Solbad Ravensberg selbst mit einem 8. Rang bei einer nationalen Meisterschaft nicht hundertprozentig zufrieden. Vielleicht deshalb, weil sie am Schluss noch einmal aufgedreht hatte und den vor ihr laufenden Konkurrentinnen näher gekommen war. Ihr Trainer Bernhard Hippler hatte hingegen an ihrem Abschneiden im thüringischen Ohrdruf nichts auszusetzen: „Angesichts dieser für sie eigentlich zu kurzen 5,3 Kilometer bin ich wirklich sehr zufrieden, wir konnten ja vor der DM nicht auf Sprinttraining umschalten.“ Läuferin und Coach hätten sich eine Distanz von 9,8 km gewünscht, wie sie den Männern neben der so genannten Mittelstrecke angeboten wurde. „Da wären die Chancen noch größer gewesen“, waren sich beide einig. Immerhin, aus der Zeit von 18:48 Min. folgert Hippler, dass Ilona Pfeiffer eine 16-er Bahnzeit über 5000 m laufen kann. Den Titel in Ohrdruf sicherte sich erwartungsgemäß Sabrina »Mocki« Mockenhaupt, deren vermeintliche Hauptrivalin Irina Mikitenko aufgab. Mockenhaupt, gerade erst in Birmingham zur Vierten der Hallen-EM avanciert, siegte in 17:21 Min. souverän vor Simret Restle (LG Eintracht Frankfurt, 17:47), einer jungen Läuferin afrikanischer Herkunft. In ihrer Heimat soll sie kürzlich ein Trainingslager mit hohen Umfängen absolviert haben. „Da kann man nicht mithalten, das ist eine andere Liga“, erkannte Ilona Pfeiffer. Auf die Plätze 3 bis 7 hatte die Dissenerin, die bekanntlich erst seit dem 1. Januar das LC-Trikot trägt, nur relativ geringe Rückstände. Dritte in 18:23 Min. wurde Juniorenmeisterin Julia Hiller vom LAC Quelle Fürth/München (3000-m-Bestzeit 9:27,00 Min.), Vierte in 18:30 Veronika Ulrich (Halbmarathon 1:16:39 Std.) und Fünfte in 18:37 die Deutsche Meisterin und EM-Teilnehmerin über 3000 m Hindernis, Verena Dreier (u.a. 5000 m 16:32,07 Min.). Der über eine kürzere und drei lange Runden führende, eckig abgesteckte und durch künstliche Hindernisse erschwerte Kurs hatte es in sich. Für das tiefe Geläuf auf einer Wiese waren die von Ilona Pfeiffer mitgebrachten 6-Millimeter-Dornen zu kurz. „Die frühere Brackwederin Nina Schüler, die jetzt für Münster startet, hat ihr mit längeren Dornen ausgeholfen“, berichtet Bernhard Hippler. Derartige Ausstattung braucht sein Schützling für das nächste Rennen nicht. Das wird der Marathon in Steinfurt sein, bei dem Pfeiffer ihren Vorjahrssieg wiederholen möchte. In Ohrdruf wurde sie in einer separaten Siegerehrung für die Frauenklasse als Vierte geehrt; aber die DM-Bestimmungen sehen vor, dass auch die Juniorinnen und Seniorinnen (ab W35) in die »Hauptwertung« der Frauenmeisterschaft einbezogen werden, weil alle gemeinsam antreten. Schade, dass – im Unterschied zur Bahn und Halle – keine Wertung für die jüngste Seniorinnenklasse W30 erfolgt. Dann hätte Ilona Pfeiffer den Vizetitel mitgebracht, mit nur vier Sekunden Rückstand auf die unmittelbar vor ihr auf Rang 7 einlaufende Rostockerin Christiane Pilz. Viele höher eingeschätzte Läuferinnen ließ die Solbaderin klar hinter sich, so u.a. die Erfurterin Melanie Schulz (19:58 Min./25.), die man mit starken Zeiten in der DLV-Bestenliste 2006 findet – von 4:27,39 Min. über 1500 m bis zu 35:37,70 Min. über 10 000 m. Man darf sehr gespannt sein, was Ilona Pfeiffer in der Saison 2007 noch abliefert, vor allem auf den längeren Strecken |
| < zurück | weiter > |
|---|

