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HK - Claus-Werner Kreft:

Solbads Dirk Strothmann gewinnt Zweikampf und Halbmarathon.

Bergab ein fach stärker! 

 
Der Halbmarathon mit seinen fast annähernd 600 Teilnehmern  bildete erneut das Herzstück des Luisenturmlaufes. Dr. Kirsten Heckmann (SV Brackwede) trumphierte bei ihrem vierten Frauensieg in Folge. 

Und im Männerrennen entwickelte sich auch die größte Spannung. Den Lokalmatador Dirk Strothmann (LC Solbad Ravensberg) aber bedrängte nicht sein im Vorjahr erfolgreicher Bruder Jörn, sondern überraschend der Brackweder Thorsten Krüger. 

     Dirk Strothmann, erstmals als M40-Senior am Start, verließ den Wald unterhalb des Luisenturms und oberhalb des Berghauser Wegs mit relativ sicherem Vorsprung. Hier deutete nichts mehr darauf hin, dass er unter Druck gestanden hatte. „Als du am Blauen See plötzlich an mir vorbeizogen warst, glaubte ich nicht mehr, das Blatt noch wenden zu können“, verriet der Solbader, als er die Ziellinie 47 Sekunden vor Krüger passiert hatte und wenig später die Glückwünsche des Kontrahenten entgegennahm.

     „Du bist bergab einfach stärker, ich bekomme da immer Seitenstiche“, entgegnete der sechs Jahre jüngerer Brackweder, der sein Training für den Hermannslauf intensiviert hat. „Ich habe jetzt eine Familie, das gibt mir neue Kraft und Motivation“, sagte er mit Blick auf Frau und Töchterchen. Dirk Strothmann hatte ihn etwa dort eingeholt, wo die frühere Kleekamper Berglaufstrecke seines Vereins endete.

     Hinter dem wieder zur Bestform zurückgekehrten Bielefelder Ole Krumsiek (2007 bereits Zweiter) und dem Brakeler Rüdiger Stecker musste sich »Titelverteidiger« Jörn Strothmann mit Rang 5 begnügen, zeigte sich aber keineswegs unzufrieden: „Das war ganz okay, nachdem ich wegen meiner Achillessehnenbeschwerden weniger trainiert habe.“ Er gewann sein Duell mit dem drei Sekunden langsameren Konrad Schulz (»Die Unbestechlichen«).

     Zum drittbesten Solbader auf Platz 16 – vor Karsten Grube (17.) und Udo Bonin (18.) – avancierte Norbert Molsbeck, in der M50 unterlag er nur dem Holländer Henk Beursgens. Herausragend erneut die Leistung des 66-jährigen Klassensiegers Karl-Friedrich Anwander. Und Günter Schwab sorgte dafür, dass auch die M70 an den LC ging.

     Vier Starts seit 2006, vier Siege: Einen idealeren Schnitt als Kirsten Heckmann kann man nicht haben. Allerdings wurde die Hermannslaufsiegerin (2006) auch vorgestern nicht gefordert, als Zweite lag ihre SVB-Kollegin Ina Tünnermann achteinhalb Minuten zurück. „Dies ist einer meiner Lieblingsläufe“, unterstrich die 31-Jährige. An ihrem Rennen hatte sie nichts auszusetzen, dämpfte aber nach langwierigen Knieproblemen und Trainingsausfällen die Erwartungen Richtung »Hermann«: „Da will ich noch überhaupt keine Prognosen abgeben.“

     Als hervorragende Vierte hinter der schnellsten W45-Seniorin Beatrice Tappmeier bestätigte die Versmolderin Jela Esselmann ihre Fortschritte: Nach 2:06:34 (2007) und 2:02:22 (2008) ist sie jetzt schon bei 1:43:26 Std. angelangt – ein seltener Leistungssprung. Ungewöhnlich auch die Konstanz der Solbader W55-Seniorin Marianne Niemann, die zum dritten Mal in Folge einen Top-Ten-Rang herauslief und in ihrer Klasse konkurrenzlos war. Petra Köhne (Halle, 2.W40) als Sechste und Doris Potthoff (LC Solbad, 2.W45) als Zwölfte mischten ebenfalls vorn mit.

     Die 12,5 km, überwiegend mit Breitensportlern besetzt, standen ganz im Schatten des Halbmarathons. Leistungssportliche Klasse demonstrierte nur der Wahl-Wolfsburger Ulrich Petri. Als er den Berghauser Weg erreichte, tauchte rund 300 Meter zurück der Buschhüttener Triathlet Daniel Knoepke gerade erst aus dem Wald auf. Überraschungssiegerin wurde Estefanía Valles Fernández aus Bielefeld.

 WESTFALEN-BLATT:

 

Strothmann überwindet Tief

Luisenturmlauf: Solbader gewinnt das Halbmarathon-Duell mit Krüger

Von Gunnar Feicht und arcel Bohnensteffen
Borgholzhausen (WB). Luisenturmlauf 2008: Sturmtief Emma erzwingt um ein Haar die Absage, ein Verkehrsunfall legt die zweite Verpflegungsstelle trocken. Luisenturmlauf 2009: Bei strahlendem Sonnenschein genießen 789 »Finisher« ein unvergessliches Lauferlebnis, die neue Streckenführung erntet trotz ihrer Höchstschwierigkeiten großes Lob.

Morgens hatten die Teutoberge noch Nieselregen aus der aufliegenden Wolkendecke gekratzt. Im Lauf des Vormittags hellten sich mit dem Himmel über Borgholzhausen auch die Mienen der Veranstalter und Teilnehmer auf. Beim Startschuss um 14.30 Uhr herrschten bei sechs Grad fast ideale äußere Bedingungen. Die trösteten im hinteren Feld über die Strapazen der 490 Höhenmeter auf der Halbmarathonstrecke hinweg. Und beflügelten die Läufer an der Spitze zu hervorragenden Zeiten.
Allen voran Dirk Strothmann vom Veranstalter LC Solbad Ravensberg: Nach der knappen Spurtniederlage im Vorjahr gegen seinen Bruder Dirk siegte er diesmal in 1:17:40 Std. deutlich, musste aber zeitweilig harte Gegenwehr von Verfolger Thorsten Krüger (SV Brackwede) brechen. »Ich hatte das Rennen bei etwa der Hälfte fast schon verloren gegeben. Da ist Thorsten so entschlossen und deutlich an mir vorbeigezogen«, sagte Strothmann hinterher.
Bei dem Versuch, Kurzstrecken-Sieger Ulrich Petri im ersten langen Anstieg zu folgen, hatte er etwas überzogen. Aber Strothmann erholte sich wieder, spielte seine Streckenkenntnisse und die Qualitäten am Berg auf der zweiten Passage über den Teuto-Kamm eindrucksvoll aus. Dass ihn Anfang der Woche noch ein vereiterter Zahn gequält hatte, der gezogen werden musste, war ihm nicht anzusehen. Auch Thorsten Krüger war zufrieden: Der Hermannslauf-13. von 2006 hatte sich 2008 nach längerer Verletzungspause über kürzere Distanzen wieder aufgebaut (u.a. 6,5-km-Sieger in Oesterweg). »Jetzt möchte ich noch âmal einen guten Hermann laufen. Heute haben mir beim Bergrunter-Laufen Seitenstiche zu schaffen geamcht, aber ich bin auf dem richtigen Weg«, sagte der junge Familienvater, den Frau und Nachwuchs an der Strecke zusätzlich motivierten.
Die Frauenwertung wurde wie erwartet erneut deutlich von Vorjahressiegerin Kirsten Heckmann dominiert. Sie gewann mit mehr als sechs Minuten Vorsprung auf ihre Brackweder Klubkameradin Ina Tünnermann. In Abwesenheit der Solbad-Spitze (Westdeutsche Meisterschaften) waren die Frauen aus dem Altkreis dahinter mit Jela Esselmann (4.), Marianne Niemann (9.) und Doris Potthoff (11.) dahinter gut vertreten. In der Männerwertung musste Vorjahressieger Jörn Strothmann (5.) noch deutlich seinem Trainingsrückstand Tribut zollen. Doch weil die Achillessehne nicht mehr zwickt, war auch er zufrieden. Ebenso wie seine Klubkameraden Norbert Molsbeck, Karsten Grube und Udo Bonin auf den Rängen 16 bis 18.
Gute Noten bekam die erneut veränderte Streckenführung: »Trotz der Regenfälle an den Vortagen war vor allem der erste Anstieg besser zu belaufen als die alte Version, weil der Untergrund trittsicherer ist«, hieß es bei den meisten befragten Läufern.
 Neu-Holtfelder Knoepke belebt die Szenerie

Strothmann-Rivale Ulrich Petri dominiert die Kurzstrecke - Zweitliga-Triathlet als Verfolger

Borgholzhausen (WB). Vor einigen Jahren lieferte er sich mit Jörn Strothmann heiße Kämpfe um den Active-Winterlaufcup, jetzt hat Ulrich Petri zum ersten Mal die Kurzstrecke (12,35 km) beim Luisenturmlauf gewonnen. »Die Strecke war super, bei dem Bombenwetter hat das hier einen Riesenspaß gemacht.« Der frühere Salzuflener, der jetzt in Wolfsburg wohnt und für den VfL startet, fand nach perfektem Lauf nur ein Haar in der Suppe: »Schade, dass Ingmar Lundström nicht am Start stand. Nachdem ich vergangenes Jahr knapp gegen ihn verloren habe, wäre ich diesmal gerne wieder gegen ihn gelaufen.« Lundström musste wegen einer Grippe absagen. Ulrich Petri indes sieht sich gerüstet für das Großereignis schlechthin in seiner alten Heimat: »Das Rennen heute war ein ideales Sprungbrett für den Hermann.«

Mit strahlender Laune kam auch Estefanía Valles Fernández (28) als schnellste Frau ins Ziel. Die Bielefelderin, die keinem Verein angehört, hatte vergangenes Jahr die Langdistanz als 15. beendet, und überraschte sich als Siegerin selbst: »Die ersten fünf Kilometer habe ich mich mies gefühlt, ich bin viel zu schnell los gelaufen. Dann habe ich die Streckenmarkierung gesehen und mir gesagt: Die Hälfte hast du schon. Zum Glück hab ich mich erholt, hinten raus konnte man Strecke und Landschaft richtig genießen.«

Hinter Ulrich Petri lief Daniel Knoepke auf den zweiten Rang - ein neues, aber sicherlich in Zukunft bald vertrautes Gesicht auf der heimischen Ausdauersport-Bühne: Der 27-Jährige Triathlet, gebürtig aus Dortmund, ist 2008 nach Holtfeld gezogen und arbeitet beim Süßwaren-Hersteller Storck. Er startet für die zweite Mannschaft des Triathlon-Bundesligisten Ejot-Team Buschhütten, mit der er diese Saison in der zweiten Liga antreten wird: »Die vielen Volksläufe hier sind eine super Vorbereitung auf die Triathlon-Saison, die Umgebung ist ein ideales Trainingsrevier«, sagt der Schwimm- und Laufspezialist, der bei den Triathleten des LC Solbad schnell Anschluss gefunden hat. »An die langen Teutoberge im Rennen muss ich mich aber noch gewöhnen«, grinst der hessische Triathlonmeister von 2007.

Die schwierige, aber schöne Strecke lockt auch immer mehr Läufer von weiterher an. Gerd Klar aus Herne, dessen Frau aus Borgholzhausen stammt, hatte seinen Laufkollegen Detlef Stefanski vom Baukauer TC zum Mitmachen animiert. Die harten Jungs aus dem Pütt kamen auf Platz 6 und 18 ins Ziel, und Stefanski flachste im Ziel völlig ausgepumpt: »Mein Kollege ist Polizist, der hat 'ne Waffe. Sonst hätte er mich hier nie hingekriegt...«

 

 
 
 
 
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