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MARATHON-DM: Pfeiffer im Pech / Willcox-Heidners
4. Rang eine Riesenüberraschung / Strothmann Zehnte

                Mainz/Borgholzhausen (cwk). Solbader Frauen-Power beim Marathon in Mainz: Alle drei Läuferinnen des LC in den Top Ten der DM-Gesamtwertung, zweimal Altersklassen-Bronze durch Victoria Willcox-Heidner (W35) und Antje Strothmann (W40) – und als Haupterfolg der Gewinn des Mannschaftsvizetitels- Nur eine war traurig, ja deprimiert: Ilona Pfeiffer, die auf dem Weg zu einer Spitzenzeit von heftigem Seitenstechen zurückgeworfen wurde.

Wer daheim die Fernseh-Übertragung verfolgte, durfte um 10.41 Uhr große Hoffnung schöpfen. „Ilona Pfeiffer, die Vorjahrssiegerin, hält als Zweite Kurs auf etwa 2:38 Stunden“, teilte Ko-Kommentator Herbert Steffny mit. Die TV-Kameras aber konzentrierten sich auf die hohe Favoritin Susanne Hahn, die eine überragende Leistung bot und – was ihr bei dem warmen Wetter kaum jemand zugetraut hatte – mit 2:29:35 Std. tatsächlich die Olympianorm erfüllte.

     Für Ilona Pfeiffer schien Silber greifbar. „Es begann super“, berichtet sie, „ich fühlte mich gut und hatte die realistische Chance auf eine Zeit zwischen 2:39 und 2:41.“ Doch etwa an der Halbmarathonmarke spürte sie Stiche in der rechten Seite. Die wurden ab Kilometer 27 schlimmer; später war auch die rechte Seite betroffen, zudem traten Krämpfe im Unterleib und in den Beinen auf. Es sei – trotz eigentlich vorhandener Kraft – immer katastrophaler geworden: „Dann denkt man nur noch an die eigene Gesundheit und nicht mehr an die Zeit.“

     Aber Pfeiffer hielt durch und rettete mit 2:57:14 Std. auf Rang 6 das Traum-Ergebnis der Mannschaft, die als erstes OWL-Team eine Zeit unter neun Stunden erreichte – genau 8:56:59. Zum ganz großen Triumph, dem nationalen Titel, fehlte gestern nur rund eine Minute. Der neue Meister SV Schlau.com Saar 05 (8:55:55) profitierte von Susanne Hahns Superzeit; war ansonsten aber hinter den Solbaderinnen platziert, die das weitaus homogenste Vereinstrio stellten und ohne Pfeiffers Pech klar gesiegt hätten. Bronze holte Mitfavorit Spiridon Frankfurt (9:03:43).

     Wer hätte vorher gedacht, dass Victoria Willcox-Heidner in ihrem ersten Marathon für den LC Vierte der Deutschen Meisterschaft werden würde! Sie bot mit 2:55:11 Std. eine grandiose Leistung: Neben Susanne Hahn liefen nur ihre W35-Kolleginnen Birgitt Bohn (Frankfurt, 2:43:06), die schon 2007 Vizemeisterin war, und Bernadette Pichlmaier (Mittlere Isar, 2:43:35) schneller. „Mit diesem Platz hätte ich nie gerechnet, ich bin hochzufrieden“, freute sich die Hallerin.

     Vollste Zufriedenheit auch bei der Straßenmarathon-Debütantin Antje Strothmann, die aus ihren Trainingsvoraussetzungen das Optimum machte, in 3:04:34 Std. Zehnte wurde und in ihrer neuen Altersklasse nur der Eisenbergerin Josefa Matheis (2:55:37) und der Marburgerin Meike Wallow (3:01:14) unterlag. Im 335-köpfigen Frauenfeld des Gutenberg-Marathons lagen noch die Russin Mironova (4.), die Bulgarin Mikhailova (5.) und die Polin Lewandowska (6.) vor dem LC-Trio; Willcox-Heidner (7.) und Pfeiffer (9.) platzierten sich also auch hier »einstellig«.

     Last, but not least hatte im Männerfeld (1627 Finisher) Jens-Erik Bergmann Grund zur Freude: Der M40-Senior bestätigte seine derzeit ausgezeichnete Form mit 2:47:19 Std. auf Rang 71 und wurde in seiner Klasse Vierzehnter.

 
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