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Luisenturmlauf 1.3.08 - Westfalen-Blatt |
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Luisenturmlauf des LC Solbad Ravensberg: 753 Sportler trotzen Sturm und
Matsch Westfalen-Blatt 3.3.
Sprintduell krönt einen stürmischen Tag
Jörn Strothmann siegt vor Bruder Dirk Wetterkapriolen lassen Ausrichter schwitzen
Von Gunnar Feicht und Marcel Bohnensteffen (Text und Fotos)
Borgholzhausen (WB). Das hat es in der 14-jährigen Geschichte des
Luisenturmlaufs auch noch nicht gegeben: Auf der langen Distanz (mit
der neuen Streckenführung 22 km) entschied ein Sprintduell unter
Brüdern über den ersten Platz. Auf der Zielgeraden im Ravensberger
Stadion wehrte Jörn Strothmann die Spurtattacke seines Bruders Dirk mit
einem entschlossenen Antritt ab und trug sich in die Siegerliste ein.
Es
war ein denkwürdiges Volkslaufereignis, das die Organisatoren reichlich
Nerven kostete. Unwetterwarnungen schienen alle Planungen über den
Haufen zu werfen. Krisengespräche und der Entwurf von Notfallplänen
sorgten auch beim LC Solbad für eine stürmische Nacht. Nicht zuletzt
aufgrund heftiger Regenfälle stand der Lauf bis Samstag gegen zwölf Uhr
auf der Kippe. Vorsitzender Friedhelm Boschulte: »Als Notlösung hätten
wir einen kompletten Straßenlauf Richtung Wellingholzhausen anbieten
können in Absprache mit der Polizei und mit einer völligen Umbesetzung
der Streckenposten.« Dirk Strothmann hatte mit seinem
Online-Kartensystem »web4map« schon den Ausweichkurs ausgearbeitet, als
es doch grünes Licht für den schweren Kurs durch den Wald gab.
»Der Sturm hatte nachgelassen, die Unwetterwarnung wurde am späten
Vormittag zurückgenommen. Nachdem wir die Laufstrecke von Ästen befreit
hatten, bestand kein Risiko mehr für die Aktiven«, so Friedhelm
Boschulte. Auf seinem Handy herrschte Daueralarm rund 40 Anrufe
besorgter Läuferinnen und Läufer. Die Entscheidung für den planmäßigen
Start getroffen nach Streckenbesichtigung, Abwägung der Wetterlage und
Rücksprache mit der Försterin erwies sich als richtig: Abgesehen vom
tiefen Boden fanden die Läufer reguläre Bedingungen vor. Allerdings
hatten sich doch einige Voranmelder vom Wetterszenario abhalten lassen:
961 Anmeldungen (das wäre absoluter Teilnehmerrekord gewesen) standen
753 »Finisher« in allen drei Disziplinen gegenüber.
Über 22 km erkämpfte sich Jörn Strothmann einen weiteren Erfolg mit
hohem Stellenwert nur eine Woche nach seinem zweiten Platz in der
M35-Wertung der WM im Wintertriathlon. Strothmann musste dafür alles
geben: »Ich dachte, ich hätte das Rennen im Griff. Aber als Dirk in der
letzten Kurve draufgedrückt hat, da habe ich doch gezweifelt«, sagte
der jüngere der beiden Brüder nach dem Spurt-Finish.
Er hatte schon im ersten langen Anstieg ziemlich viel Kraft gelassen,
weil er sich an die Fersen eines alten Rivalen heftete. Ulrich Petri
(früher Bad Salzuflen/jetzt VfL Wolfsburg) hatte ursprünglich für die
Langdistanz gemeldet, sich dann jedoch für die 12 km entschieden. Was
den Konkurrenten aber erst klar wurde, als der Winterlaufcupsieger von
2005 an der Streckenteilung auf dem Teuto-Kamm nach gut sechs
Kilometern links abbog.
»Um an ihm dran zu bleiben, habe ich wohl etwas zu sehr aufgedreht«,
meinte Jörn im Rückblick. Sein Bruder Dirk gab auf dem superschweren
Kurs mit gut 500 Höhenmetern alles und schloss schließlich zur Spitze
auf. Aber am Ende musste er dem Jüngeren gratulieren. Erst gegen Mittag
hatte er sich Samstag zur Teilnahme entschlossen, übernahm die
Startnummer seiner Frau Antje, die wegen des starken Windes
verzichtete.
Als wetterfest erwies sich die überlegene Frauen-Siegerin Kirsten
Heckmann. Die Hermannslauf-Erste von 2006 gewann mit sieben Minuten
Plus vor ihrer Brackweder Klubkameradin Antje Brinkmann, die aus
Oesterweg stammt. »Die neue Streckenführung hat mir sehr gut gefallen.
Der starke Wind hat mir wenig ausgemacht«, sagte Kirsten Heckmann. Das
Erfolgserlebnis tut ihr gut, nachdem 2007 wegen Knieproblemen und einer
hartnäckigen Bronchitis ein verkorkstes Jahr war: »Seit Anfang des
Jahres geht es im Training wieder besser. Ob ich den ðHermannÐ laufe,
ist aber noch offen.«
Fotos: G. Feicht (WB)
Eindrucksvolle Comebacks
Emma für Ingmar Lundström ein doppelter Glücksfall
Borgholzhausen (WB). Während bei den Frauen Ilona Pfeiffer (LC Solbad)
ihren Vorjahressieg wiederholte, waren die 11,4 km bei den Männern das
Rennen zweier eindrucksvoller Comebacks. Ingmar Lundström wird den 1.
März in Verbindung mit dem Namen Emma ausschließlich in positiver
Erinnerung behalten: Denn am Tag des gleichnamigen Sturmtiefs feierte
er seinen ersten Sieg nach monatelangen Verletzungsproblemen. Und im
Ziel konnte der Isselhorster sein siebenmonatiges Töchterchen in die
Arme schließen. Der Name? Na klar: Emma...
»Wenn man sieben Monate nicht richtig trainieren konnte, dann ist das
schon ein gutes Gefühl«, freute sich der Ex-Solbader, der jetzt für DJK
Gütersloh startet. Nach einer hartnäckigen Knieverletzung ist er seit
Dezember wieder regelmäßig in Laufschuhen unterwegs. Die
Wettkampfsaison 2008 soll in erster Linie dem Triathlon gehören.
Lundström hat sich mit dem NRW-Ligateam des TSVE Bielefeld einiges
vorgenommen. Läuferisch setzt er sich keine konkreten Ziele, auch wenn
ihm der Sieg auf seiner Spezialstrecke sichtlich Spaß bereitet hat: »Am
Ende der langen Steigung an Ulrich Petri dran zu bleiben, das war ein
richtiger Gewaltakt. Bergrunter konnte ich ihn dann etwas abhängen, das
lief besser als erwartet.«
Voll motiviert ist auch wieder Markus Würfel vom LC Solbad. Abgesehen
von einem kurzen Intermezzo 2006 hatte der mittlerweile 38-Jährige
einige Jahre lang keine Wettkämpfe bestritten - und lief bei seinem
ersten Rennen am Samstag auf Anhieb schon wieder auf den siebten Rang.
»Ich bin seit Dezember fünfmal die Woche im Training und merke: Ich
habe richtig Lust aufs Laufen, die Motivation ist da«, sagt der
Hermannslauf-Vierte von 2001. Rank und schlank wie in den besten Tagen,
hat Würfel ehrgeizige Ziele: »Bisher habe ich nur Grundlagentraining
gemacht. Mit entsprechenden Tempoeinheiten sind 5000-m-Zeiten um oder
unter 16 Minuten schon in dieser Saison ein realistisches Thema.«
Interessant, wie sich Würfel in den wettkampflosen Jahren fit gehalten
hat: »Mit Fahrradtouren über bis zu drei Wochen. Ich bin nach Oslo
gestrampelt, habe Monaco gesehen und am Strand im Zelt übernachtet.
Lediglich die Rom-Reise ist gescheitert: Da hat der Drahtesel seinen
Geist aufgegeben und ich bin nur bis Livorno gekommen.« Jetzt vertraut
er wieder seiner Schnelligkeit per pedes und könnte schon bald mit den
Strothmann-Brüdern ein superstarkes M35-Trio bilden.
Unterdessen war Ilona Pfeiffer trotz ihres Sieges nicht ganz glücklich:
»Einige Männer, die sonst hinter mir ankommen, waren so schnell weg.
Ich musste mir erstmal das passende Männerkreuz suchen, um etwas
Windschutz zu bekommen.
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