Zu alter Stärke zurückgefunden
DUATHLON: Dirk Strothmann holt in der M40 den EM-Titel
Horst aan de Maas/Borgholzhausen
(cwk). 2005 der Vizetitel, ein Jahr später Bronze, 2003/2004 jeweils Platz 4: Da
fügte sich der 5. Rang, den Dirk Strothmann (LC Solbad Ravensberg) – wie bereits
kurz gemeldet – vorgestern bei der Powermann-EM im holländischen Horst aan de
Maas erreichte, gut in seine Erfolgsserie ein. Und Strothmann brachte sogar
einen Titel mit: Er wurde Senioren-Europameister in seiner neuen Klasse M40.
Hier ließ er in 2:46:05 Std. immerhin 57 Konkurrenten hinter
sich, unter ihnen als »Vize« den renommierten, in Borgholzhausen seit seinem
Auftritt beim Sparkassen-Duathlon bekannten Niederländer Armand Van der Smissen
(2:47:57). Und auch in den jüngeren »Age Groups« war niemand schneller als Dirk
Strothmann, der sich besonders über seine zeitliche Verbesserung um mehr als
fünfeinhalb Minuten gegenüber dem Vorjahr freute. Zwar wurden die Strecken geändert;
aber die Vergleichbarkeit der Zeiten blieb erhalten.
„Schon beim ersten Lauf über 15 km konnte ich besser als erwartet
mithalten, nur Joerie Vansteelant und Andy Sutz setzten sich deutlich ab“,
berichtet der Borgholzhausener. Auf der dreimal zu durchfahrenden
20-km-Radrunde zählte er zu den ersten Verfolgern, musste aber viel arbeiten,
weil relativ starker Wind blies, Windschattenfahren jedoch verboten war. „So
rund lief es lange nicht mehr bei mir, auch die vielen Kurven habe ich problemlos
genommen.“ Als Dritter oder Vierter – fast gleichauf mit dem Holländer Wim
Nieuwkerk und dem Dänen Sören Bystrup – stieg er vom Rad.
Seine Analyse zum guten Abschneiden: Er habe wohl von der zwei
Wochen zurückliegenden Anfahrt in den Trainingsurlaub auf Texel profitiert. Mit
seinem Bruder Jörn und Lukas Wilms war er die 350 km von Barnhausen zur
holländischen Küste in einem Stück geradelt – trotz der Stadtdurchfahrten mit
einem Schnitt von über 30 km/h. Auf der Insel (wo auch Antje Strothmann und
Victoria Willcox-Heidner trainierten) stand dann das Laufen im Vordergrund: Mit
dem Wochenumfang von ca. 180 km brachte er sich in Form.
„Die Vorbereitung einschließlich einer ruhigen Woche vor dem
Powerman hat offensichtlich gepasst“, sieht sich Dirk Strothmann bestätigt und
traut sich auch wieder eine 10-km-Zeit unter 32 Minuten zu. Im zweiten Lauf
über 7,5 km konnte er Nieuwkerk nicht halten, Bystrup jedoch fast hundert Meter
abnehmen. Einmal mehr wurde er bester Deutscher – vor Zoltan Senczyzsyn
(Cottbus), dem er bei der Langdistanz-DM 2008 den Titel überlassen musste. Europameister
Vansteelant, ein Vollprofi, gilt wegen seiner überragenden Radstärke derzeit als
unschlagbar.
Das Endergebnis: 1. Joerie Vansteelant (Belgien) 1:39:29 Std.,
2. Andy Sutz (Schweiz) 1:43:17, 3. Aksel Nielsen (Dänemark) 2:44:55, 4. Wim
Nieuwkerk (Niederlande) 2:45:32, 5. Dirk Strothmann (Deutschland, 1.M40)
2:46:05, 6. Sören Bystrup (Dänemark) 2:46:21, 7. Zoltan Senczyzsyn
(Deutschland) 2:46:34, 8. Nico Huyberechts (Belgien) 2:47:51, 9. Armand Van der
Smissen (Niederlande, 2.M40) 2:47:57, 10. Matt Moorhouse (Großbritannien)
2:48:00.
Am Vorabend war Antje Strothmann ein läuferischer Achtungserfolg
gelungen: Sie beendete den mit 10 km angegebenen, aber wohl etwas kürzeren
»Horster Night Run« als Zweite und überlegene Klassensiegerin in der W35-44. Die
Konkurrentinnen kam aus dem Gastgeberland: Maria van Dinther (39:58 Min.) in
der Altersklasse und die jüngere Daphne Lensen als Gesamtsiegerin in 36:19 Min.
|