| Schnell wie der Wind: " Haller-Kreisblatt" 3. März Ph. Kreutzer |
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14. Luisenturmlauf: Starter trotzen erschwerten bedingungen / Siege für Ilona Pfeiffer und Jörn Strothmann
Den bisherigen Rekord von 853 »Finishern« aus dem
Vorjahr übertraf die 14. Auflage des Luisenturmlaufes zwar nicht. Zufrieden war
das Organisationsteam des LC dennoch. 753 ins Ziel gelaufene Starter waren
angesichts der widrigen Witterungsbedingungen ein großer Erfolg.
Erfolge gelangen auch zwei Startern des LC. Ilona Pfeiffer wiederholte ihren Vorjahressieg über die kürzere Distanz, die in diesem Jahr 11,4 Kilometer betrug. Das Erfolgsgeheimnis der Deutschen Marathonmeisterin und Altkreissportlerin 2007 erschien einleuchtend: „Ich habe Windschutz in den breiten Kreuzen der Männer vor mir gesucht“, verriet sie lächelnd. Obwohl sie mit ihrer Zeit von 45:18 Minuten und beinahe fünf Zeigerumdrehungen Vorsprung vor der Gütersloherin Stefanie Vergin einen völlig ungefährdeten Start-Ziel-Sieg he〜rauslief, war sie nicht ganz zufrieden. Was wohl mit ihrem hohen Anspruch an sich selbst zu tun hat. „Es sind viele Männer vor mir, die ich sonst hinter mir lasse“, stellte sie nach der Ankunft mit Blick durch den Zielbereich fest. Sie könne schneller laufen, ihre Tagesform und der Wind hätten dies aber erschwert. Jörn Strothmann war zufriedener mit sich selbst. Über die 22,1-Kilometer-Distanz bezwang der LC-Läufer den Wind und seinen Bruder Dirk und ließ sich außerdem von einer Fehlinformation nicht aus der Ruhe bringen. Jörn Strothmann startete im Glauben, der starke Wolfsburger Ulrich Petri habe ebenfalls für die lange Strecke gemeldet. Weil dem aber nicht so war und er lediglich 11,4 Kilometer laufen wollte, ging Petri schnell an.
Umgestürzter Baum sorgt am Blauen See für
Cross-Feeling
Jörn Strothmann folgte ihm: „Ich habe gedacht, wenn der das Tempo läuft, dann muss ich dranbleiben.“ Erst später erfuhr der Solbader von Petris Absicht – nach einem Moment des Erstaunens stellte Strothmann zufrieden fest, dass er damit ganz vorn lag. Während Petri längst Richtung Ziel unterwegs war, sprang Jörn Strothmann am Blauen See über einen umgestürzten Baum. Aufgrund eines deutlichen Vorsprungs hatte er dabei sogar die Muße, sich am von »Emma« verursachten Cross-Charakter des Laufs zu erfreuen. Sein Bruder Dirk lag ein gutes Stück zurück, und als es anschließend auf eine 20-prozentige Steigung zuging, ahnte der ältere der beiden »Strothmänner«: „Jetzt läuft er mir endgültig weg.“ Doch es kam anders. Der 38-Jährige mobilisierte seine Reserven und schloss immer weiter zu seinem vier Jahre jüngeren Bruder auf, der nun die Folgen des hohen Anfangstempos spürte. Als sie gut zwei Kilometer vor dem Ziel aus dem Wichlinghauser Berg auf das offene Feld hinausliefen, lagen beide gleichauf. Während der Sturm zuvor im Wald gar nicht so sehr zu spüren gewesen sei, pfiff er ihnen nun um die Ohren. Zu ihrem Glück allerdings nicht nur von vorn, sondern in manchen Passagen auch von hinten. Schnell wie der Wind stürmten die beiden Läufer Richtung Stadion. Als sie es wenige Minuten später erreichten, lag Jörn ein paar Schritte vorn. Wieder schien es, als könne Dirk aufschließen und möglicherweise sogar überholen, doch mit einem energischen Antritt in der letzten Kurve beseitigte der jüngere Strothmann alle Zweifel an seinem Sieg in 1:21:52 Stunden. Klarer fiel der Sieg des Güterslohers Ingmar Lundström über 11,4 Kilometer aus. Der Vorjahressieger auf der langen Strecke ließ Ulrich Petri und den Meller Axel Keil in einer Zeit von 40:12 Minuten hinter sich. Erfreulich aus heimischer Sicht waren die Top-Ten-Platzierungen der Solbader Tobias Limberg (4., 42:34 Min.), Markus Würfel (7., 43:01 Min.), Bernd Nedderhoff (8., 43:19 Min.) und Andreas Ewert (9., 43:59 Min.). Bei den Frauen belegte Marianne Niemann vom LC über 22,1 Kilometer in 1:51:03 Stunden Platz zehn. Rainer Demoliner aus Werther wurde in 1:30:45 Stunden Achter und Dritter der M40. Über die kürzere Distanz erreichten Birgit Euscher (4., 54:55 Min.), die Borgholzhausenerin Sabine Poetting (6., 59:14 Min.) Cordula Reinhardt (7., 1:00:00 Stunden) und Britta Ewert (8., 1:02:47 Stunden) vordere Plätze. Pech hatte dagegen Jean-Michel Audier. Der LC-Läufer erlitt kurz vor der Ankunft im Stadion einen Wadenbeinbruch, komplettierte die 11,4 Kilometer aber bravourös. Die Vereinskollegen und das HK wünschen gute Besserung.
Läufer so weit das Auge reicht: Nach einer Runde im
Ravensberger Stadion gehen die Luisenturmlauf-Teilnehmer unter einem dunklen
Himmel auf die Strecke. ⋌ Foto: j. höcker
Um die Pfütze herum: Läufer und Walker müssen
aufgeweichte Waldwege bewältigen. ⋌ Foto: j. Höcker
Bruderduell: Jörn läuft vor Dirk Strothmann. ⋌
Foto: j. höcker
Ungefährdet: Ilona Pfeiffer siegt mit großem
Vorsprung. ⋌ Foto: pik
Solbads Macher
räumen den Weg frei
Am Rande
notiert: Tonn moderiert die
»Nacht«
Leise Zweifel beschlichen Friedhelm Boschulte am
Samstagmorgen beim Blick aus dem Fenster. Der LC-Vorsitzende ging am Vormittag
mit Ulrich Kansteiner und Peter Polomsky die Laufstrecke ab, um sich ein Bild
von den Spuren zu machen, die »Emma« in der Nacht hinterlassen hatte. Die Männer
räumten zwar umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste aus dem Weg, kamen aber
gegen Mittag überein, den Lauf freizugeben. „Der Wind hatte spürbar
nachgelassen, und der Boden war zwar matschig, aber nicht zu tief“, schilderte
Boschulte seine Eindrücke. Zudem hatte der Deutsche Wetterdienst seine
Unwetterwarnung inzwischen zurückgenommen. „Das Risiko war vertretbar“, sagte
Boschulte. »Emmas« Vorgänger »Kyrill« hatte im Vorjahr im Wald in
Wellingholzhausen erheblich größere Schäden angerichtet, weshalb die
Veranstalter bekanntlich den Kurs des Laufs verändert hatten.
Unvorbereitet zu sein, ist für die Verantwortlichen des LC Solbad Ravensberg offenbar undenkbar. Für den Fall, dass sie den Lauf wegen des Unwetters hätten absagen müssen, hatten sie bereits einen Alternativplan ausgearbeitet. Wäre der Lauf durch den Wald eine zu große Gefahr für die Läuferinnen und Läufer gewesen, hätten sie den Aktiven zwei reine Straßenläufe von ähnlicher Länge angeboten. Dass es dazu nicht kam, sorgte beim LC für Erleichterung. Denn eine kurzfristige Änderung hätte einen großen organisatorischen Mehraufwand bedeutet. So wären beispielsweise sehr viel mehr Straßensperren erforderlich gewesen. Im Ravensberger Stadion wechselte er sich am Samstag beim Luisenturmlauf noch mit Friedhelm Boschulte ab, die »Nacht von Borgholzhausen« 2008 wird er allein kommentieren: Henning Tonn nimmt beim ältesten Citylauf Deutschlands am 21. Juni das Mikrofon in die Hand. Der 47-Jährige ist Radsportexperte und hauptsächlich in dieser Sportart als Sprecher im Einsatz, hat aber bereits erste Erfahrungen bei Langstreckenläufen gesammelt. „Wir wollen neuen Schwung in die Nacht bringen, und dafür ist Henning mit seiner Art, Läufer und Publikum zu animieren, genau der Richtige“, begründete Boschulte das Engagement Tonns. Sehr großer Andrang herrschte an der Verpflegungsstation an der Peter-Eggermont-Straße. Das Team des LC unterstützte die Aktiven mit Tee und Anfeuerungsrufen. Die geplante zweite Verpflegungsstation in Wellingholzhausen konnte nicht errichtet werden. Das dafür vorgesehene Einsatzfahrzeug wurde auf dem Weg dorthin in Borgholzhausen-Bahnhof auf der Casumer Straße angefahren und erlitt einen Totalschaden. Personenschaden entstand glücklicherweise nicht. Einmarsch im Gleichschritt: Eine zehnköpfige Walker-Gruppe des LC Solbad spazierte unter dem Applaus der Zuschauer gemeinsam ins Ravensberger Stadion und über die Ziellinie. Auf der Volkslauf-Strecke hatten auch sie erfolgreich dem Wind getrotzt. Insgesamt erreichten 30 Walker das Ziel.⋌(pik) |
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