LUISENTURMLAUF: Lundström
und Heckmann weit voraus
Borgholzhausen
(cwk). Dieser Halbmarathon wurde zum Rennen großer Überlegenheit und riesiger
Zeitdifferenzen. Ingmar Lundström und Hermannslaufsiegerin Kirsten Heckmann drückten
dem »Herzstück« des Luisenturmlaufs von Beginn an ihren Stempel auf, hielten
die Konkurrenz – immerhin 552 männliche und 127 weibliche Finisher – sicher auf
Distanz.
Die von den Folgen der Sturmschäden
erzwungenen Kursänderungen machten die Aufgabe an diesem regnerischen
Nachmittag nicht leichter. Zur besonderen Herausforderung wurde der Abschnitt
um die höchste Erhebung der Strecke, den Hankenüll. Die Regenfälle der letzten
Zeit hatten felsiges Gestein ausgewaschen; gefährlich auch das rutschige
Bergabstück. Den schlammverschmierten Waden der Läufer, die keine schwarze Legginghose
trugen, war der Kampf mit den Widrigkeiten anzusehen. „Das gehört in dieser
Jahreszeit doch einfach dazu. Es hat dennoch großen Spaß gemacht“, meinte ein
erfahrener M45-Senior und traf damit das allgemeine Urteil.
Der für die DJK Gütersloh startende, aber fast noch als Lokalmatador
gefeierte Ex-Solbader Ingmar Lundström, siebenmaliger Gewinner der 12,5 km, präsentierte
sich in bestechender Form. Sofort setzte er sich vom Feld ab und lief unbedrängt
ein einsames Rennen, das schon nach 1:16:56 Std. endete. Damit unterbot er die
letztjährige Siegerzeit von Michael Amstutz (1:22:15) um mehr als fünf Minuten
– eine hoch einzustufende Leistung, auch wenn die Änderungen keinen Vergleich
erlauben und die meisten Läufer sich um vier bis fünf Minuten »steigerten«.
„Ich lasse den Hermann in diesem Jahr aus, möchte aber am selben
Tag beim Hamburg-Marathon möglichst um 2:30 Stunden laufen“, sagte er zu seinem
nächsten Saisonziel, das er offenbar sehr konsequent ansteuert. Ole Krumsiek
(TSVE Bielefeld), vorgestern um zwei Plätze gegenüber 2006 verbessert und nur
von Lundström bezwungen, will hingegen erneut beim Hermannslauf antreten.
Nach seinem Bruder Dirk hatte auch der erkältete Jörn Strothmann
kurzfristig absagen müssen. So sah man keinen Solbader unter den Top Ten; zum
schnellsten Läufer aus dem Altkreisbereich avancierte der für den Brühler TV
startende Haller Marco Schwake als Fünfzehnter. Das LC-Aufgebot führte
M40-Senior Bernd Rieke auf Rang 18 an, gefolgt von Karsten Grube (20.), dem
48-jährigen Norbert Molsbeck (22.) und dem jungen Duathleten Lukas Wilms (29.).
Letzterer hatte alle Reserven mobilisiert und sank nach dem Ziel auf die nasse
Stadionbahn.
Kirsten Heckmanns Triumph fiel noch deutlicher als im Vorjahr
aus, fast fünf Minuten trennten die 29-Jährige von Tanja Rolfes (Eintracht
Bielefeld), der nach einer Babypause wieder aktiven Ehefrau des auch schon oft
in Borgholzhausen erfolgreichen Volkmar Rolfes. Mit Rücksicht auf ihre
Marathon-Ambitionen meidet die Siegerin – wie Ingmar Lundström – den »Hermann
07«. „Im letzten Jahr waren die Bedingungen auf Schnee ja ganz anders, aber ich
kann nicht sagen, dass es heute weniger Spaß gemacht hätte“, resümierte Kirsten
Heckmann. Um schmunzelnd hinzuzufügen: „Ich laufe ja gern im Schlamm.“
Der Bronzerang ging an ihre aus
Versmold stammende SVB-Teamkollegin Antje Brinkmann, deren Schwester Ilka (LC
Solbad) auf Platz 15 einkam. Erfreulich, dass zwei Seniorinnen des veranstaltende
Vereins unter die zehn Besten liefen – noch dazu als Klassensiegerinnen: Neuzugang
Adelheid Grumbach (W45) gab einen viel versprechenden Einstand für den LC
Solbad und wurde Neunte vor der beständigen W50-Läuferin Marianne Niemann.
Dritte im Halbmarathon: Antje Brinkmann (SV Brackwede, früher LC
Solbad)
Noch folgt die Läuferschlange der Wellingholzhausener Straße, aber der
Berg wartet
Die vom Bielefelder Ole Krumsiek angeführte Verfolgergruppe hinter
Ingmar Lundström. Hinten im blauen Hemd der spätere 12,5-km-Zweite
Tobias Limberg (3.v.rechts)
Jüngster Halbmarathonstarter des LC Solbad: Duathlet Lukas Wilms
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